Bundesamt für Kartographie und Geodäsie

EuroCoreReferenceMap (ECRM) - Ein Projekt zur Stärkung der digitalen Souveränität EuropasTypNachricht

Datum 25.02.2026

Europa steht vor großen Herausforderungen: Klimawandel, Sicherheit, Infrastruktur und Energieversorgung. Verlässliche Informationen sind die Grundlage für die Bewältigung dieser Herausforderungen und Geoinformationen gehören zu den wichtigsten Bausteinen. Sie machen komplexe Zusammenhänge zum Beispiel bei der Planung nachhaltiger Verkehrsnetzwerke sichtbar. Sie schaffen Klarheit und liefern die Basis für Entscheidungen, die Wirkung zeigen. Denn genauso wenig wie eine Straße an einer Landesgrenze plötzlich endet sind auch unsere gesellschaftlichen Herausforderungen selten auf ein Staatsgebiet begrenzt. Daher ist es wichtig, dass Geodatensätze grenzüberschreitend vorliegen, harmonisiert sind und nahtlos ineinandergreifen. Sie bilden eine verlässliche Grundlage für gemeinsames Handeln und Planen.

In den nächsten drei Jahren (2026-2028) wird das BKG zusammen mit seinen Partnerorganisationen Institut National de l’information géographique et forestière (IGN) in Frankreich, Kadaster in den Niederlanden sowie EuroGeographics einen hochgenauen Datensatz aus amtlichen Geodaten erstellen. Der Vertrag dazu wurde online am 24.02.2026 unterschrieben.

Das Vorhaben baut auf den erfolgreichen Ergebnissen des Projekts „Open Maps For Europe 2“ (OME2) auf. Der Datensatz EuroCoreReferenceMap (ECRM) wird vorerst Informationen zu Verwaltungsgebieten, der Verkehrsinfrastruktur und Hydrographie von Europa (mindestens EU27 + Schweiz) enthalten. Diese Themen sind für die Europäische Kommission von besonderem Interesse. Weitere Themen sollen sukzessiv ergänzt werden.

Die dafür notwendigen detaillierten Geoinformationen werden von den Mitgliedern von EuroGeographics bereitgestellt. In einem innovativen Prozess werden die Daten so zusammengefügt, dass sie interoperabel und effizient einsetzbar sind. Das BKG hat das Produktionsmanagement übernommen. Das neue Projekt steht damit in einer langen Tradition der Produktion von harmonisierten, pan-europäischen Geodaten. Grenzüberschreitende Analysen, die mit diesem Datensatz durchgeführt werden können, unterstützen Politiker bei ihrer Entscheidungsfindung. Die Nutzung des Potentials amtlicher, großmaßstäbiger Geodaten ist ein entscheidender Beitrag zur Stärkung der digitalen Souveränität Europas.