Bundesamt für Kartographie und Geodäsie

Geodätisches Observatorium Wettzell an Überraschungsfund bei der Beobachtung von Schwarzen Löchern beteiligtTypNachricht

Datum 18.06.2018

Das Geodätische Observatorium Wettzell im Bayerischen Wald ist Bestandteil des Europäischen VLBI-Netzwerkes EVN und unterstützt in dieser Rolle regelmäßig astronomische Messungen. Neben dem 20-Meter-Teleskop in Wettzell ist beispielsweise auch das bekannte Großteleskop Effelsberg in diesen Netzwerkverbund integriert. Der Gesamtverbund stellt aktuell das empfindlichste Teleskop-Array im Bereich der Mikrowellen mit Wellenlängen im Zentimeter-Bereich dar.

Das gemeinsam von BKG und TU München betriebene Observatorium konnte durch seine Messungen nunmehr zu überraschenden Beobachtungen im Umfeld von massiven Schwarzen Löchern beitragen. Auf Grund ihrer enormen Anziehungskraft sind Schwarze Löcher in der Lage, Sterne zu verschlucken. Konkret wurde die Region unserer Galaxis beobachtet, die in Fachkreisen als „Arp 299“ bekannt ist. Hierbei handelt es sich um zwei miteinander kollidierende Galaxien.

Die konkreten Analysen sind nicht trivial und basieren auf langjährigen Beobachtungen zwischen 2005 und 2011. Die Region „Arp 299“ wird auch umgangssprachlich als Supernova-Fabrik bezeichnet. Die ursprüngliche Annahme, dass die beobachteten Störungen in den Signalen zu einer Supernova-Explosion gehören, konnten anhand der durchgeführten Beobachtungen jedoch revidiert werden. Tatsächlich handelte es sich um einen Stern, der durch ein massives Schwarzes Loch auseinander gerissen wurde. Derartige Beobachtungen können unser Verständnis über das entfernte Universum weiter konkretisieren. Sie finden nun ihren Niederschlag im renommierten Magazin Science im Fachaufsatz „A dust enshrouded tidal disruption event with a resolved radio jet in a galaxy merger“ von Mattila, Pérez-Torres u.a.

Pressemeldung zum Thema (Joint Institute for VLBI ERIC)