Was verraten Satellitenbilder über Pinguin-Kolonien?
Eine besondere Spur macht sie sichtbar.
Adéliepinguine in der Antarktis
Auf den Danger-Inseln an der Nordspitze der Antarktischen Halbinsel lebt die weltweit größte bekannte Kolonie von Adéliepinguinen. Sie umfasst rund 1,14 Millionen Tiere. Das Gebiet ist streng geschützt und darf nur mit Sondergenehmigung betreten werden. Klassische Feldforschung ist hier kaum möglich. Dennoch möchten Wissenschaftler die Tiere schützen und ihre Verhaltensweisen studieren.
Satellitenbild von Beagle Island
Satellitenbilder bieten hier eine Lösung!
Zwar sind einzelne Pinguine aus dem All nicht sichtbar, ihre Ausscheidungen sind es jedoch. Denn wo ein Pinguin hinmacht, macht es ihm der nächste nach. Auf den Felsen und auch im Schnee können Satellitenbilder die großflächigen Verfärbungen erkennen. Mithilfe von Infrarot- und Multispektralkanälen lassen sich diese (hier rot eingefärbten) Flächen eindeutig identifizieren und über Jahre hinweg vergleichen.
Was die Satellitenbilder leisten:
- kontinuierliches Monitoring ohne Störung der Tiere
- Erkennen von Ausbreitung, Rückgang oder Verschiebung von Kolonien
- Grundlage für 3D-Oberflächenmodelle der Inseln
- belastbare Daten für Schutzgebiete, Behörden und internationale Abkommen
Unser Referat Satellitengestützter Krisen- und Lagedienst (SKD) hat im Auftrag des Umweltbundesamtes (UBA) aktuelle Aufnahmen der Region koordiniert, aufbereitet und zur Verfügung gestellt. Ergänzt durch Vor-Ort-Daten einer Expedition mit dem Forschungsschiff "Malizia Explorer", ergeben die Satellitenbilder eine neue Form der Qualität im Artenschutz.
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