Pressemitteilung: GALILEO kann kommen - Die geodätischen Messstationen des BKG können Satellitensignale von GALILEO empfangen
Datum: 19.04.2011

Das Bundesamt für Kartographie und Geodäsie (BKG) ist auf den Start der ersten beiden Galileo-Satelliten Ende August dieses Jahres vorbereitet. An allen drei Standorten des BKG in Frankfurt am Main, Leipzig und im oberpfälzischen Wettzell wird an der Modernisierung der Hard- und Software gearbeitet. Das geodätische Messstationsnetz „GREF“ wird schrittweise mit neuen Empfängern und Antennen ausgerüstet. Die Hälfte der 24 Stationen ist bereits für den Empfang von Signalen des zukünftigen europäischen Satellitennavigationssystems Galileo eingerichtet. Darüber hinaus werden auf den Stationen bereits jetzt die Signale der US-amerikanischen GPS- und der russischen GLONASS-Satelliten in Echtzeit empfangen und an die Zentrale in Frankfurt am Main weitergeleitet. Auf diese Weise hat man bereits Erfahrungen mit der simultanen Auswertung von zwei unterschiedlichen globalen Navigationssystemen, was der Nutzung von Galileo zugutekommen wird. Die Messungen auf den GREF-Stationen tragen unter anderem zur Berechnung präziser Satellitenbahndaten und -uhren und dadurch zu einer höheren Genauigkeit der Positionsbestimmung via Satellitenmessung bei. So sind Messgenauigkeiten von wenigen Millimetern möglich, die in geodätische Referenznetze zur Bestimmung eines eindeutigen Raumbezugs einfließen. Die Referenznetze sind Grundlage für die Referenzierung von Geoinformationen (Georeferenzierung), für die Navigation sowie für das Umweltmonitoring und die Erforschung des Systems Erde. Sechs GREF-Stationen liegen an der Küste von Nord- und Ostsee unmittelbar neben Pegelstationen. Die langfristig angelegten Messkonzepte ermöglichen die Bestimmung von Meeresspiegeländerungen und liefern so wichtige Informationen für den Küstenschutz.
Weitere Informationen zum GREF-Stationsnetz: http://gref.bkg.bund.de/
Hintergrundinformationen zum BKG
Das Bundesamt für Kartographie und Geodäsie ist eine Behörde im Geschäftsbereich des Bundesministeriums des Innern. Es stellt ein einheitliches räumliches Bezugssystem (Koordinatensystem) für das gesamte Bundesgebiet sowie vielfältige Geobasisdaten für Bundeseinrichtungen, öffentliche Verwaltung, Wirtschaft, Wissenschaft und Bürger bereit. Hierfür unterhält es ein GeoDatenZentrum und geodätische Observatorien, auf denen mit verschiedenen Techniken die Bewegungen der Erdsatelliten beobachtet werden. Mit Hilfe weltweit ausgeführter Messungen werden in internationaler Kooperation Satellitenbahnen, Stationskoordinaten und Veränderungen der Erdoberfläche abgeleitet.
Weitere Informationen finden Sie unter
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