Pressemitteilung: Unsere Erde bewegt sich stabil
Datum: 21.03.2011
Trotz des verheerenden Erdbebens und des Tsunamis in Japan am 11. März 2011 bewegt sich die Erde weiterhin stabil. Ein direkter Einfluss dieser Ereignisse auf die Lage der Erdrotationsachse oder die Rotationsgeschwindigkeit der Erde ist derzeit nicht nachweisbar. Das Bundesamt für Kartographie und Geodäsie (BKG) führt gemeinsam mit anderen internationalen Institutionen seit Jahrzehnten Messungen und Analysen der Erdrotation durch.
Das BKG betreibt als Teil eines globalen Netzwerks drei geodätische Observatorien in Wettzell (Bayerischer Wald), in Concepción (Chile) und O’Higgins (Antarktis), die u.a. tägliche Beiträge zu der Beobachtung der Erdrotationsgeschwindigkeit und der Lage der Erdrotationsachse leisten. Diese Informationen werden zum Beispiel für den Betrieb der Satellitennavigationssysteme GPS, GLONASS und zukünftig GALILEO benötigt. Die Observatorien des BKG sind mit modernster Technik ausgestattet und ermöglichen im Verbund mit den internationalen Partnerstationen hochgenaue Messungen dieser Variationen. Die von den Stationen des globalen Netzwerks gewonnenen Beobachtungsergebnisse werden u.a. am BKG gesammelt und ausgewertet. Die Lage der Rotationsachse kann heute mit einer Genauigkeit von wenigen Millimetern und die Rotationsgeschwindigkeit auf Bruchteile einer Millisekunde (1/1000 Sekunde) bestimmt werden. Die Ergebnisse der internationalen Zusammenarbeit werden vom Internationalen Erdrotations- und Referenzsystemdienstes, dessen Zentralbüro sich seit dem Jahre 2000 beim BKG befindet, bereitgestellt.
Generell führen große Massenverschiebungen auf der Erdoberfläche zu Variationen in der Lage der Erdachse und zu Veränderungen der Rotationsgeschwindigkeit. Nachweisliche Einflüsse sind jahreszeitliche Massenverlagerungen in der Atmosphäre, Änderungen der Meeresströmungen und der globalen Windfelder.
Untersuchungen von großen seismischen Ereignissen, wie dem Sumatra-Andaman-Beben im Dezember 2004 oder dem Beben vor der chilenischen Küste im Februar 2010 haben gezeigt, dass keine sprunghaften Veränderungen der Rotationsachse oder der Rotationsgeschwindigkeit der Erde nachweisbar sind. Die vielfach beschriebene Schwankung der Erdrotationsachse um 10 cm ist ein natürlicher Vorgang der häufig auftritt, aber nicht unmittelbar einem Erdbeben zuzuordnen ist.
Weitere Informationen: www.iers.org
Hintergrundinformationen zum BKG
Das Bundesamt für Kartographie und Geodäsie ist eine Behörde im Geschäftsbereich des Bundesministeriums des Innern. Es stellt ein einheitliches räumliches Bezugssystem (Koordinatensystem) für das gesamte Bundesgebiet sowie vielfältige Geobasisdaten für Bundeseinrichtungen, öffentliche Verwaltung, Wirtschaft, Wissenschaft und Bürger bereit. Hierfür unterhält es ein GeoDatenZentrum und geodätische Observatorien, auf denen mit verschiedenen Techniken die Bewegungen der Erdsatelliten beobachtet werden. Mit Hilfe weltweit ausgeführter Messungen werden in internationaler Kooperation Satellitenbahnen, Stationskoordinaten und Veränderungen der Erdoberfläche abgeleitet. Das BKG trägt mit mehreren Daten- und Analysezentren zu internationalen Datenstandards bei.
Weitere Informationen finden Sie unter
http://www.bkg.bund.de
Pressekontakt:
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