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Pressemitteilung - Mit Galileo auf Handbreite genau unterwegs

Datum: 12.03.2012

12. bis 14. März im BKG Symposium zu Navigationstechnologien

Vom 12. bis 14. März 2012 treffen sich 200 Wissenschaftler, Ingenieure und Anwender in Frankfurt am Main, um sich über Navigationstechnologien auszutauschen und neue Möglichkeiten der Entwicklung zu diskutieren. Das Bundesamt für Kartographie und Geodäsie (BKG) organisiert dieses Symposium im Literaturhaus Frankfurt und in seinem Sitz in der Villa Mumm. Es werden mehr als 30 Vorträge gehalten, die sowohl Fragen der Standardisierung als auch des Standes der Geräteentwicklung vorstellen. Die neuen Ansätze gestatten zurzeit Positionierungsgenauigkeiten von 10 cm, deshalb sprechen wir auch von einer Handbreite. Mit einem Netz weniger weltweiter Stationen werden die Signale der Navigationssatelliten mit Korrekturen ihrer Bahnen und ihrer Uhren soweit verbessert, dass so eine hohe Genauigkeit erreicht werden kann. Diese Korrekturen werden z. B. über mobile Internetverbindungen an die Nutzer verteilt, so dass im Prinzip jeder Bürger diese Dienste nutzen kann.

Die Navigation mit GPS und zukünftig auch Galileo ist aus unserem täglichen Leben nicht mehr wegzudenken. Viele Menschen haben sich bereits heute an die Unterstützung ihrer Mobilität durch GPS gewöhnt. Für viele Anwendungen kommt man mit einer Genauigkeit von wenigen Metern bereits zurecht. Mit dem neuen europäischen Satellitennavigationssystem Galileo und dem chinesischen System Kompass werden in einigen Jahren bis zu 100 Navigationssatelliten zur Verfügung stehen. Damit erschließen sich völlig neue Möglichkeiten durch die Kombination der verschiedenen Systeme. Damit und mit immer ausgefeilteren Technologien können Navigationsaufgaben auf den Zentimeter durchgeführt werden. Die Frage ist, wofür brauchen wir das? Anwendungen hierfür liegen beispielsweise in der Landwirtschaft, aber auch der automatischen Steuerung von Verkehrsströmen. Die Möglichkeiten werden bei weitem noch nicht überblickt. Voraussetzung ist aber, dass zuverlässige Technologien zur Verfügung stehen.

Die Anwendungsmöglichkeiten des Galileo-Systems sind keine Utopie: Sicheres Leiten der Verkehrsströme auf Straßen, Autobahnen, Wasserwegen und in der Luft, ein effektiverer Katastrophenschutz, eine saubere Umwelt dank schneller Ortung von Ökosündern und eine jederzeit per Handy abrufbare genaue Positionsangabe mit Hinweisen für den nächsten Museumsbesuch.

BKG ist Treiber der präzisen Satellitenpositionierung

Messungen des im Aufbau befindlichen Europäischen Satellitennavigationssystems Galileo stellt das BKG seit dem 23. Januar 2012 für die Öffentlichkeit zur Verfügung. Damit erhalten Forschungs- und Entwicklungsgruppen die Möglichkeit, Anwendungen für Galileo mit Nutzung reeller Signale schneller zu entwickeln.

Mit einem internationalen Experiment zur Kombination von Daten der verschiedenen Satellitennavigationssysteme werden Entwicklungsprojekte entscheidend beschleunigt. Dazu zählt neben Galileo auch das japanische Quasi-Zenit-Satellitensystem (QZSS) und das chinesische System COMPASS.

So kann auch jetzt schon mit der Entwicklung von Navigationsanwendungen auf der Basis echter aus dem Weltraum empfangener Signale der neuen Satellitensysteme begonnen werden.

Weitere Informationen unter: http://igs.bkg.bund.de/ntrip/symp

Hintergrundinformationen zum BKG

Das Bundesamt für Kartographie und Geodäsie ist eine Behörde im Geschäftsbereich des Bundesministeriums des Innern. Es stellt ein einheitliches räumliches Bezugssystem (Koordinatensystem) für das gesamte Bundesgebiet sowie vielfältige Geobasisdaten für Bundeseinrichtungen, öffentliche Verwaltung, Wirtschaft, Wissenschaft und Bürger bereit. Hierfür unterhält es ein GeoDatenZentrum und geodätische Observatorien, auf denen mit verschiedenen Techniken die Bewegungen der Erdsatelliten beobachtet werden.

Weitere Informationen unter
http://www.bkg.bund.de

 

Pressekontakt:

Bundesamt für Kartographie und Geodäsie

Richard-Strauss-Allee 11

60598 Frankfurt am Main

E-Mail: mailbox@bkg.bund.de

Pressesprecherin: Hilke Heeren

Telefon: 069 6333 228

Fax: 069 6333 431

E-Mail: hilke.heeren@bkg.bund.de



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