Geodatenintegration
Einleitung
Zur Erfüllung ihrer Aufgaben hat die Bundesverwaltung eine große Menge von raumbezogenen Daten erhoben. In der Regel sind diese Daten ursprünglich nur zur Erfüllung einer Fachaufgabe bestimmt gewesen. Durch die Kombination der Daten in Geoinformationssystemen können neue Fragestellungen beantwortet werden.
Dazu müssen identische Objekte beziehungsweise Objektteile, die in den verschiedenen Datensätzen unterschiedlich repräsentiert sind, einander zugeordnet werden. Hierzu dient die Entwicklung von Verfahren zur möglichst automatischen Integration von Geodaten. Je nach Aufgabenstellung bauen die Verfahren auf der Geometrie, der Topologie, der Semantik oder einer Kombination dieser Themen auf.
Adressdaten
Ein Beispiel ist die Integration von Adressdaten in das ATKIS® Basis-DLM. Bisher werden noch nicht von allen Bundesländern Adressdaten im Basis-DLM bereitgestellt. Als Ersatz für die fehlenden Länderdaten hat das BKG ein halbautomatisches Verfahren entwickelt. Der bundesweit flächendeckende Datensatz der Adressdaten wurde als Punktinformation passend zur Geometrie der Straßenachsen eines Dienstleisters für Fahrzeugnavigationssysteme erfasst. Sowohl geometrisch als auch topologisch passen diese Daten nicht zu der erforderlichen geometrischen Genauigkeit des Basis-DLM.
Das am BKG entwickelte Verfahren ermittelt und vergleicht zunächst die Straßen des Basis-DLM mit den Straßen in den Navigationsdaten. Unter Berücksichtigung von Geometrie und Topologie wird eine Zuordnung durchgeführt und Verschiebungsvektoren berechnet. Diese werden dann auf die Punktkoordinaten der Adressen angewendet. Abschließend überprüft eine Kartographin / ein Kartograph die in das Basis-DLM transformierten Adressen in einem halbautomatischen Prozess visuell am Bildschirm.
Adressdaten und Verschiebungsvektoren
Gewässerkennziffern
Verfahren zur Geodatenintegration wurden auch für die Aufbereitung von Datenbeständen des ATKIS® für das Berichtswesen im Rahmen der Wasserrahmen-Richtlinie (WRRL) der Europäischen Union entwickelt.
Dieses Berichtswesen erfolgt durch Geoinformationssysteme und erfordert die Attributierung der Daten im DLM mit den amtlichen Gewässerkennziffern. Diese Attributierung ist für das DLM1000 bereits manuell vollzogen worden. Auch für das DLM250 ist eine entsprechende Aufbereitung erforderlich.
Um den Arbeitsaufwand zu minimieren, wurden Verfahren entwickelt, mit denen die Gewässerkennziffern aus dem DLM1000 automationsgestützt in das DLM250 übertragen werden. Zunächst erfolgt eine Zuordnung der Gewässerelemente zwischen beiden Auflösungsstufen aufgrund von geometrischen und topologischen Merkmalen. Über diese Zuordnung wird die Gewässerkennziffer vom DLM1000 in das DLM250 übertragen. Gleichzeitig wird eine Plausibilitätsprüfung unter Berücksichtigung weiterer Merkmale durchgeführt. Die Plausibilitätsparameter unterstützen die Kartographin oder den Kartograph bei der abschließenden interaktiven Kontrolle.







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